Ho Narro!
• ALLTAGsein • Konstanz im Ausnahmezustand: Am „Schmotzigen Dunschtig“ beginnt das bunte Treiben in den Gassen der Altstadt bis tief in die Nacht hinein. Die Bürger tummeln sich zur Fasnacht verkleidet rund um das Münster, an der Marktstätte und am Schnetztor. Ein Erfahrungsbericht.
7:45 Uhr. Schlaftrunken werfe ich einen Blick auf den Wecker und erkenne, dass es zu früh ist um aufzustehen. In der Ferne höre ich Trommeln, unermüdlich wird auf sie eingeschlagen, Pauken erhellen diesen grauen Februarmorgen. In den Pausen sind Rufe zu hören: „Ho Narro, ho Narro!“
Schlagartig wird mir bewusst, was das ungewöhnliche Wecken auf sich hat: Es ist Fanacht. Jedes Jahr beginnen kostümierte Konstanzer den Morgen des „Schmotzigen Dunschtig“ mit Krawall. Ab fünf Uhr in der Früh wird in der Altstadt Radau geschlagen, das „Narrentreiben“ beginnt. Menschen, die eigentlich im Berufsverkehr stecken sollten, sind in den Gassen der Altstadt unterwegs. Konstanz ist dieser Tage eine Stadt im Ausnahmezustand. Eine Hochburg der Narren.
Grund genug, uns als Studenten unter das bunte Volk zu mischen. Verkleidet treffen wir uns um zehn Uhr morgens im Wohnheim, essen Weißwurst, trinken ein wenig, bis wir kurz nach Mittag ausgelassen in die Altstadt ziehen: Rugbyspieler, Elch und Putzfrau ziehen durch die Gassen.
Traditionell beginnt die Fasnacht in Konstanz mit dem „Schmotzigen“ und endet knapp eine Woche später mit dem Aschermittwoch. Am ersten Tag des alljährlichen Spektakels ziehen große Umzüge durch die Innenstadt. So sammeln sich die Fasnacht-Begeisterten nach dem „Narrentreiben“ in der Altstadt, in der am frühen Nachmittag die Zünfte durch die Straßen ziehen. Piratenschiffe werden an den alten Häusern vorbeigeschoben, Kinder in Froschkostümen verwandeln die Straßen in ein buntes Farbenmeer. Sehenswert ist auch der „Hemdglomkerumzug“ am Abend. Dabei ziehen vor allem Schulkinder in weißen Gewändern, Schlafmäntel oder in Laken gewickelt durch die Straßen. Auf Transparenten spotten sie über ihre Lehrer, einmal im Jahr ist das hier am Bodensee ganz offiziell erlaubt.
Wie die ganze Stadt sind auch wir auf den Beinen und ziehen durch die Stadtmitte. Niemand lässt sich hier ohne Kostüm blicken: An der Ecke steht Elvis, vor uns laufen Piraten, während Hexen auf Besen uns entgegenkommen. Es wird traditionell gegrüßt: „Ho Narro!“ Bis spät in die Nacht bleibt die Altstadt eine große Freilicht- Bühne.
Nachdem am Sonnabend der Fasnachtball stattfindet, werden am Sonntag erneut die Gassen unsicher gemacht: Geplant ist unter anderem der große Narrenumzug. Bis zum Aschermittwoch wird in Konstanz gefeiert. Dann kehrt der Alltag in die Stadt am Bodensee zuürck. Bis es dann im nächsten Jahr wieder heißt: „Ho Narro!“
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Tags: Fasching, Fasnacht, Konstanz, Kultur, Leben, Menschen




Name: Patrick Simm


Hm, hab ich das überlesen? Als was warst du verkleidet?