Wenn Nazis für sich werben
• ALLTAG/ ONLINEsein • Erneut waren gestern rechtsextreme Gruppierungen Thema in den Medien. Doch die Berichte enthielten keine Beschreibungen von Körperverletzungen, sondern begrüßenswerte Verbote zweier rechts- orientierter Zusammenschlüsse in Nordrheinwestfalen. Der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verbat die Vereine “Collegium Humanun” und den “Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgter”. Weitere Razzien fanden in Niedersachsen und Hessen statt.
Wie das Innenministerium dem ZDF mitteilte, betrieben die rechtsextremen Verbände Antisemitismus, verherrlichten die nationalsozialistische Herrschaft und verleugneten den Holocaust. Schäuble begründete seine Entscheidung zum Verbot am Mittwoch in Berlin damit, dass die Vereine “Sammelbecken organisierter Holocaustleugner” seien. Erfreulich sind solche Nachrichten, zeigen sie doch, dass der Staat zu handeln scheint. Und doch wiegelte der Innenminister ein weiteres Verbotsverfahren der NPD ab, da die Ziele zu geringfügig seien.
Das hört sich alles nach ganz großer Politik an. Vergessen werden sollte dabei jedoch nicht, dass auch in Oberhavel Rechtsextreme die Straßen unsicher machen und durchaus zu Gewalttaten neigen. Gefährlich ist, dass viele Neonazis gemäßigt auftreten zu scheinen. Einige tragen “Pali- Tücher” und sind somit erschwert zu erkennen, viele Organisationen werben für sich.
So erzählte mir ein Freund erst gestern von einem Zettel der “Jungen Nationalen”, den er im Briefkasten vorfand und der für die Gruppierung wirbt. Das beweist, dass die Gefahr auch in Oberhavel und Umgebung gegenwärtig ist. Erst am vergangenen Montag berichtete die MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG von einer scheinbaren Demonstration für mehr Zivilcourage. Die Mahnwache in Velten entpuppte sich jedoch als Aktion der NPD, die für sich werben wollte. Da ist es geradezu bezeichnend, dass sich der Organisator wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten muss.
Nur allzu oft treten Rechtsextreme auf und werben vor allem junge Menschen für ihre “Ideen” an. Viele wissen auf eine solche Begegnung keine Antwort, haben zu wenig Kenntnis von der Szene. Aufgrund dessen initierte DIE ZEIT, der DEUTSCHE OLYMPISCHE SPORTBUND, das ZDF und die studiVZ- Gruppe die Internetseite netz-gegen-nazis.com. Die Besucher können sich auf dieser Webseite über Aktivitäten der Rechtsextremen informieren. So wird beispielsweise erklärt, woran man diese erkennt. Hier wird Unwissenheit über die rechte Szene aus dem Weg geräumt – zum besseren Selbstschutz der Bürger. Ein lobenswertes Konzept!
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Tags: Allgemein


Name: Patrick Simm



Hört sich ähnlich nach dem an, was hier passiert.
Für die breite Masse wird es immer schwieriger, Rechtseingestellte zu erkennen und somit auch, gegen diese etwas zu unternehmen.
Von daher kann ich Netz gegen Nazis nur begrüßen ;-)