Auf Bezirksuche

22Mär08

ADAC Reisemagazin Nr. 103• ALLTAGsein Immer stärker wird der Traum von der eigenen Wohnung in Berlin. Mit dem Studienanfang im Oktober 2008 soll der Traum Wirklichkeit werden. Jetzt stelle ich mir die Frage, für was ich geeignet bin. Ein Zimmer im Studentenwohnheim? Eine nette kleine Altbauwohung (ich habe da schon eine gefunden) oder doch lieber eine Wohngemeinschaft? Zur Zeit tendiere ich stark zur Altbauwohung in Charlottenburg.
Doch als ich im Radio über die Abendtipps in diesem Stadtbezirk Berlins hörte, ging ich einen Schritt von der Idee zurück: Es sei zwar alles nett, aber weniger aufregend und weniger billig. Rund um den Savignyplatz seien einige Bars und Lokale, Tanzclubs wie das Magnet oder ähnliches ließen sich in Charlottenburg jedoch nicht finden. Eine Yuppie- Hochburg? Bitte nicht. Ich hatte mich doch schon visuell an den Grundschnitt der Wohnung gewöhnt. Man, die hat sogar einen Balkon! Verdammt.
Dann kam mir der Gedanke, dass es doch die S-Bahn gebe und ich mühelos in jeden Stadtteil kommen würde. Aber dieses Verlassen einer Party um in mein Viertel zurückzugehen, kommt mir wie Fremdgehen vor. Also strich ich auch diese Lösung meines Problems aus dem Kopf. Letztendlich sind zwei Fragen offen: Welcher Wohntyp bin ich? In welchen Bezirk soll mein(e) Wohnung/ WG/ Wohnheim liegen?

Welchen Berliner Bezirk schlägst du vor?



22 Responses to “Auf Bezirksuche”  

  1. aha, also doch berlin…
    also ich würde ja zur WG raten. am besten mit freund(en). also in nichts unbekanntes. und natürlich altbau. aber natürlich nicht c-burg. spiessiger geht es ja nicht. friedrichshain/kreuzberg etc. – wäre meine erste wahl. wobei ich auch gehört habe, dass wedding immer besser werden soll.

  2. Savignyplatz ist wirklich die Luxusvariante. Altbau in Friedrichshain rockt! Und wenn du dich in der Großstadt nicht verlieren willst, dann ist ein Mitbewohner auch nicht zu verachten…

  3. Mitbewohner haben ist sehr, sehr gut. Und ich hoffe doch ganz stark, dass Charlottenburg nicht dein Ernst ist. Würde auch so sagen Friedrichshain/Kreuzberg oder aber Neukölln oder Wedding. Da musste halt schauen, was du ausgeben willst und kannst und wo sich was findet.

  4. Neukölln wäre meine erste Wahl. Viel zu erleben und der günstigste zentrale Stadtteil. Eine Freundin von mir wohnt in Charlottenburg und ist sehr zufrieden, aber zu ruhig ist es wohl auch ihr. Mit Freunden eine WG aufzumachen kann aber auch ganz schnell nach hinten losgehen. Es mag ja sein, das man am liebsten immer mit ihnen zusammen sein möchte, aber wenn man erst mit ihnen zusammenlebt…

  5. Mit einer WG gestaltet sich bei mir schwierig, da meine Gruppe nach dem Abi wohl komplett zersplittert werden wird. Aber an Friedrichshain hatte ich auch schon gedacht…

  6. Also Charlottenburg geht als junger Mensch gar nicht. Als Yuppie-Gegend würde ich Charlottenburg allerdings auch nicht bezeichnen, denn viele Yuppies tummeln sich in Mitte und den feineren Wohngegenden des Prenzlauer Bergs herum. Charlottenburg ist eher etwas für den gesetzteren Charakter, der schon etwas ruhiger und sesshafter geworden ist.

    Mitte ist an sich zu ruhig. Und viel Touristennepp und dadurch dementsprechend teuer. In Prenzlauer Berg gibt es noch einige Ecken, die noch nicht durch gutbürgerliche Familien zersetzt sind und in denen es sich aushalten lässt. Dabei allerdings Hände weg vom Helmholtz- und Kollwitzplatz, sowie vom Bötzoviertel. Erstens sind diese Viertel vollsaniert und dadurch dementsprechend teuer, und zweitens sehr familienlastig und dröge. Es ist auf jeden Fall nicht mehr der P’Berg, den ich kannte als ich Mitte der neunziger Jahre dorthin zog.

    So ab und an höre, ich dass Weißensee recht amüsant sein soll. Weißensee liegt nördlich im Anschluss von P’Berg und soll, durch die Gentrifikation P’Bergs viele der mittellosen StudentInnen „aufgenommen“ haben. Mir persönlich wäre es zu weit ab vom Schuss.

    F’hain/Xberg wäre für quirlige Typen definitv eine gute Wahl, auch wenn mir die Feiermeile rund um die Simon-Dach-Straße gewaltig auf den Zeiger geht. Einige Freunde von mir wohnen direkt im Kernland von XBerg rund um den Görlitzer Park und sind da sehr zufrieden. Auch wenn sie nicht mehr quirlig sind, tut es der Belebtheit des Bezirks keinen Abbruch.

    In den neunziger Jahren war es auch in Schöneberg rund um die Akazienstraße sehr lebendig und bunt. Wie es allerdings jetzt dort aussieht, kann ich beim besten Willen nicht sagen, zu lange bin ich jetzt eine P’Berg-Pflanze, die selten herauskommt (wie viele Kiezbewohner).

    Im Wedding gibt es günstige Wohnungen, das auf jeden Fall. Ob man der Typ für den Wedding ist, steht auf einem anderen Blatt. Zartbesaitete dürften mit dem täglichen Elend nicht so gut zurechtkommen, wie jemand, dem das vollkommen am selben vorbeigeht. Auch muss man die Mentalität der Menschen abkönnen, es ist ein wenig härter im Wedding.

    Etwas weniger rubust kannst Du für das Hansaviertel und Moabit sein (Tiergarten). Es ist ähnlich wie der Wedding, nur nicht ganz so „abgerutscht“.

    Zu Neukölln kann ich dir nichts sagen, ich kenne es nur aus der Zeit, als mein Bruder in der Sonnenallee gelebt hat und das war, gelinde gesagt, furchtbar. Aber das war in den Achtzigern. Wie man allerdings in letzter Zeit immer öfter hört, entwickelt sich Neukölln durchaus positiv.

    Die äußeren Bezirke muss ich Dir nicht empfehlen, viele sind zu ruhig für junge Menschen, es sei denn, sie sind dort groß geworden. Auch wenn sie, so wieder jeder Bezirk im Übrigen, reizvolle Ecken haben. Ob die reizvollen Ecken jedoch zum Wohnen reichen, muss jeder für sich selber wissen.

    Viele meiner damaligen Studienkollegen wohnten übrigens das erste Semester im Studiwohnheim, haben sich derweil in der Stadt umgetan (man kommt ja ‘rum :)) und für sich entschieden, wo sie gerne wohnen wollten.

    Vielleicht ja auch eine Variante für Dich?

    Viel Spass bei der Quartiersuche wünsche ich Dir allemal.

  7. Vielen Dank für die ausführliche Beratung! Ich glaube, ich freunde mich immer mehr mit Friedrichshain an.

  8. Also als „Insider“ kann ich sagen: Wohnen im Prenzlauer Berg ist gar nicht so teuer. Im übrigen sind die vielen Familien quasi ein Garant für Sicherheit, hier passiert definitv weniger als in Wedding oder Neukölln. Und ruhig ist glatt gelogen. Party gibt es jeden Abend, die Kinder schlafen ja auch irgendwann.
    Wenn ich nochmal die Wahl hätte, ich würd’ sagen Neukölln. Billig, nicht so etepetete und du musst dich nicht stylen, bevor du vor die Tür gehst. Aber wenn du sowieso nach Dahlem musst, nimm rihug Studentenwohnheim mit. Obwohl, ich hör’ eigentlich nur Gefluche, und das man sogar zum Supermarkt schon mit der U-Bahn fahren muss.
    Kreuzberg ist, glaube ich, nicht so deins. Wenn du auf Schuppen wie das Magnet stehst, dann vielleicht doch Prenz’lBerg. Moabit ist angeblich auch n Studentenviertel, im Friedrichshain wohnen alle. (Was jetzt nicht negativ klingen soll.)

  9. @wahlberlinerin: Das kommt immer auf den Standpunkt an, was man als teuer erachtet. Es gibt Menschen, die sind bereit für eine 1-Zi-Whg im P’Berg 400 – 500 Euro zu zahlen. Es sind im Übrigen nicht die Familien, die der Garant der Sichherheit sind, sondern das relativ hohe Pro-Kopf-Einkommen des Akademiker- und Künstlerviertels und das sich dort, bis auf wenige Ausnahmen, keine sozialen Brennpunkte bilden. Davon ab habe ich nicht gesagt, dass P’Berg ruhig ist. Es ist nur, wie das Beispiel Bötzowviertel zeigt, inzwischen gediegener und bürgerlicher. Vor über 10 Jahren sah es dort noch ganz anders aus, mehr wie F’hain heute noch (in einigen Ecken). Du kriegst heute in vielen Teilen P’Berg gewiss schneller die Streife in die Wohnung, wenn Du eine Party gibst, als noch vor wenigen Jahren. Aus vielen, vielen Studenten, die einst nach P’Berg in einen maroden Altbau mit Ofenheizung gezogen sind, sind nun gut verdienende Akademiker im Loft oder der vollsanierten Altbauwohnung mit Parkett geworden.

  10. Ich meine ja nur, ich habe 2 Zimmer und zahle weniger, als du da angibst. Und ich hab auch Parkett.
    Das mit dem hohen Pro-Kopf-Einkommen wird wohl stimmen. Obwohl viele hier auch arbeitslos sind. Die Lebenshaltungskosten liegen auf jeden Fall höher, als in Friedrichshain etc.

  11. @Herr Schwaner
    Nichts gegen meine Ex-Heimat, die „Feiermeile rund um die Simon-Dach-Straße“. ;)

  12. Mensch, zwei Zimmer wären ja auch so ein Traum. Und dann Laminat oder Parket dazu – einfach super. Das wäre schon ein Knaller.

  13. Und wer zahlt das?
    Wenn ich so an den Preis meiner neuen wohnung denke, wird mir allerings schwindelig, wenn ich hier die Berliner Preise denke.
    Aber an sich würde ich mich auch in P.Berg oder F.hain umsehen, vielleicht noch Pankow oder Kreuzberg. neukölln ist mir ein wenig unheimlich – als ich mal dort war, habe ich kaum deutsche angetroffen…

  14. @Michaela: Sorry, zu oft von F’Hainern beschimpft worden, die einen eklatanten Unterschied zwischen der Szene in P’Berg und F’hain sehen wollten. So unterschiedlich sind die Feiermeilen nicht… schon lange nicht mehr.

  15. @wahlberlinerin: das kommt darauf an, in welcher Ecke du von P’Berg wohnst. Wo ich zuerst gewohnt hatte, gab es jede Menge Arbeitlose. Die Gegend sieht nun aber inzwischen auch anders aus und es etablieren sich Einzelhandelsläden, die von einem ganz anderen Publikum sprechen. Wenn Du eine so günstige Wohnung in P’Berg hast, na Mensch, herzlichen Glückwunsch. Halt sie so fest wie es geht :)

  16. @ Robert: So wahnsinnig teuer sind die Wohnungen nicht, amn sollte nur richtig suchen. Ich habe beispielsweise schon eine 2- Zimmerwohnung gefunden, die 300 € Warmmiete kostet. Der Haken: Die Küche hätte ich selbst mitbringen müssen. Diese Wohnung ist übrigens in Charlottenburg…

  17. Na ja, wenns in Ch.burg ne billige Wohnung, sollte man die auch dort nehmen. Wobei ne Küche natürlich nicht ganz billig ist.

  18. Ich wollte nur mal zu Schöneberg loswerden, dass ich mal gehört hab, dass es dort an einigen Stellen so viele kriminelle Jugendbanden geben soll, dass sich die Polizei da nicht mal mehr hintrauen soll. Kam vor einer Weile mal im Radio, als sie über irgendeine Kriminalstatistik berichtet haben…

  19. Da hat mal wieder irgendwer maßlos übertrieben. Die Polizei macht ihren Job schon gut, und zwar in ganz Berlin. Es gibt mit Sicherheit Gegenden in Schöneberg, die nicht sonderlich attraktiv für die Polizei sind, aber sie gehen dort trotzdem hin. Eine Statistik lässt besser verkaufen, wenn man an der ein oder anderen Stelle übertreibt.

  20. ach schöneberg ist jetzt kriminell?? dachte immer, dass das so ein bisschen neu-charlottenburg wird/ist. wie, und wo liegt dann wedding in der statisitik???
    gut, egal. jedenfalls:
    @robert:
    wie, du hast jetzt eine wohnung in berlin?

    @derfranzose:
    na also ich würde – wenn du in der neuen uni anschluss suchst – mal ein halbes jahr wohnheim mitmachen. kommst du einfach super schnell zu neuen freunden in einer massenuni. kannst ja dann nach einem halb jahr umziehen. vorteil: hast noch zeit zu suchen und kannst dann event. mit neuen freunden zusammenziehen. so war mein plan auch – und hat funktioniert.

  21. Was weiß ich, ob Schöneberg tatsächlich so kriminell ist. Aber ich hab’s mir gemerkt, als die das im Radio gebracht haben, weil ich es eben witzig fand, dass die Polizei sich da nicht mehr hintrauen soll.
    Allerdings verstehe ich nicht, warum es übertrieben sein soll, die Statistik auf diese Weise zu „verschönern“. Eigentlich ziemlich kontraproduktiv für die Berliner Innenpolitik, weil das ja heißen müsste, dass man mehr Polizei braucht, die dann wiederum bezahlt werden müsste, was ja mehr Geld kostet, das Berlin ja leider nicht hat.
    Und außerdem spricht es eben nicht für die Berliner Polizei, wenn man sowas hört.
    Deshalb denke ich, dass die Statistik an der Stelle eben nicht verfälscht wurde, weil das ja eher dem Image schadet.
    Aber das ist jetzt auch eher spekulativ, weil ich nicht weiß, was mit der Statitik belegt werden sollte. Die Poliziegeschichte muss trotz allem nicht stimmen.

  22. @Orangensaftnotiz: Nein, in Oranienburg.


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