Vorhang auf!

01Feb08
Familie Schroffenstein

Pressestimmen aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung zum Theaterstück hier.

• ALLTAGsein Puh. Nochmal tief durchatmen. Dann geht es los. Vorhang auf. Eine voll besetzte Aula starrt uns 18 Schüler aus dem Kurs Darstellendes Spiel an. Seit Sommer probten wir an dem Stück Die Schroffensteins – Eine Wahnsinnsfamilie. Jeder von uns hatte den Tag vor Augen, den Tag der Premiere. Und dann ist er da. Das Herz schlägt bis zum Hals, zitternde Knie und auch die Hände machen irgendwie nicht das, was ihr Besitzer will: Ruhig bleiben.
Das Theaterstück Stück “Familie Schroffenstein” von Heinrich von Kleist ist eigentlich ziemlich billig, fast eine Kopie von Shakespeares “Romeo und Julia”. Zwei Familien – Schroffenstein Warwand und Schroffenstein Rossitz – bekriegen sich. Warum? Wegen eines Erbvertrages. Den wollen die einen lösen, die anderen aber nicht. Als dann noch Peter Schroffenstein Rossitz ermordet wird, eskaliert die Situation vollständig. Die Rositzer glauben, die Warwander hätten Peter ermordet. Das ist ziemlich aggressionsfördernd und es kommt zu einer Fehde. Dumm dabei ist, dass zumindest ein Familienmitglied jeder Familie sich mit der Feindschaft nicht so recht anfreunden möchte. Denn Ottokar Schroffenstein Rossitz liebt Agnes Schroffenstein Warwand. Dazu kommt Johann, ein Halbruder Ottokars, der sich ebenfalls in der hübschen Agnes verguckt hat. Letztendlich ein ziemliches Wirrwarr.
Was uns dazu bewogen hat, dieses Geflecht aus Anschuldigen, Intrigen und Hass auf die Bühne zu bringen? Eben genau dieses Wirrwarr. Nicht umsonst trägt unser Stück den Beinamen “Groteske”. Denn mittendrin werden Sportübungen gezeigt, während Darsteller ein Produkt in verschiedenen Sprachen vorstellen. Das macht wenig Sinn, ist aber umso amüsanter.
Zu Recht können wir das Stück jetzt als “unser Stück” bezeichnen. Die Abfolge auf der Bühne sitzt, die Übergänge sind geplant und ein Jeder kann nicht mehr nur seinen eigenen Text, sondern mittlerweile auch schon den der anderen mitsprechen. Vor der Premiere sah das ganz anders aus. Während Zuschauer in die Aula kamen, flüsterten wir noch hinter dem Vorhang unsere Texte vor uns hin, brabbelten die Abfolge gedankenverloren daher und besannen uns ruhig zu bleiben.
Doch die Sache mit dem ruhig bleiben erwies sich als weniger simpel. Denn bei unserem Stück sind alle Darsteller stets präsent. Im hinteren Teil der Bühne sind Stuhlreihen, auf denen wir saßen, während andere vorne spielten. Das ist unheimlich anstrengend, da die Anspannung immer mit dabei ist. Dennoch lockerte sich die Nervosität in den ersten 20 Minuten. Denn das Publikum lachte. Und an Stellen, an denen wir Ds-Schüler damit nicht gerechnet hatten. Es ist schön zu merken, dass die Leute mit dem Stück angesprochen werden, und nicht mit verschränkten Armen vor uns sitzen und ihr Gesicht in Falten legen. Denn das war mit unsere größte Angst.
Letztendlich brachen wir hinter der Bühne nach dem Stück in Jubel aus. Stolz und glücklich wussten wir, was wir da auf die Bühne gestellt hatten. Und wir waren froh, dass ein Großteil einwandfrei funktionierte. Erleichterung trat an die Stelle von Anspannung. Bis zum 8. Februar 2008. Dort werden die sich wohl wieder abwechseln. Denn da heißt es ein zweites Mal: Vorhang auf!

Preise

Schüler: 1,50 Euro
Verdiende: 3 Euro
Karten gibt es an der Abendkasse ab 18.30 Uhr.

Ort und Zeit

Aula des Louise Henriette Gymnasium
Kurt-Schumacher Straße
Oranienburg

Beginn der Vorstellung: 19.30 Uhr.
Einlass ab 19.00 Uhr.



3 Responses to “Vorhang auf!”  

  1. Ich kanns nur empfehlen!!
    Hat eigentlich der OGA nix geschrieben?
    Worüber hat denn zB das Publikum gelacht, womit ihr nicht gerechnet hattet?

  2. 2 der Franzose

    Womit wir nicht rechneten, waren beispielsweise die Lacher bei der dreifachen Darstellung der Mordszene. Das war echt unglaublich. Vielleicht konnten wir darüber auch nicht mehr lachen, weil wir es schon etliche Male zuvor gespielt hatten.

  3. Wahrscheinlich. Aber es war auch wirklich unglaublich komisch.


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